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vom 20.09.2001

Keine Beweise für Tritte ins Gesicht

Castor-Gegner wurde freigesprochen

dpa Lüneburg/Gorleben. Das Amtsgericht Lüneburg hat einen
Castor-Gegner aus Dahlenburg vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Der 32-Jährige war angeklagt, einen Essener Polizisten während des jüngs-ten Castor-Transports im März nach Gorleben ins Gesicht getreten und ihn am linken Daumen verletzt zu haben.

Im Prozess stellte sich jedoch heraus, dass es dafür keine Beweise gab.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Polizis-ten. Sie sollen als Zeugen Mein-eide zu Gunsten des Kollegen geschworen haben. Auch gegen das vermeintliche Opfer wird es Ermittlungen wegen Falschaussage und Freiheitsberaubung geben. Der Angeklagte war nach dem Vorfall am 28. März in Dahlenburg für mehrere Stunden in Polizeigewahrsam genommen worden.

Ein Lüneburger Richter hatte in dem Verfahren auch ausgesagt. Er war zufällig Zeuge geworden, als der Essener Polizeibeamte die Ventile an den Reifen des Autos des Angeklagten abschneiden wollte und daran von dem Angeklagten gehindert wurde. Der Polizeieinsatz sei »unverhältnismäßig» gewesen, sagte der Zeuge. Das Gericht hat festgestellt, dass in der Krankenakte des Polizisten keine Rede von einem Fremdverschulden und von Tritten ins Gesicht war.

Bearbeitet am: 20.09.2001/ad


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