vom 10.09.2017

Experte Mycle Schneider: Atomkraft ist am Ende

Autor des World Nuclear Report am 16.9. in Trebel

Trebel (bv). Der international bekannte Energie- und Atompolitikexperte Mycle Schneider kommt auf Einladung der Grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms ins Wendland und stellt den neuen „World Nuclear Industry Status Report“ vor: Am Samstag, 16. September um 18:00 Uhr in den Trebeler Bauernstuben in Trebel. Die diesjährige Ausgabe des „World Nuclear Industry Status Reports“ (WNISR) beschäftigt sich neben den umfangreichen Jahresstatistiken vor allem mit dem wirtschaftlichen Bankrott großer Atomkonzerne wie Areva und Westinghouse in den vergangenen Jahren und geht den Ursachen auf den Grund.

Gleichzeitig wird der Niedergang der Atomindustrie der positiven rasanten Entwicklung der Erneuerbaren Energien weltweit gegenübergestellt. Neben der furiosen Konkurrenz der Erneuerbaren kämpfen die Atomkonzerne mit strukturell niedrigen Großhandelspreisen auf den Strommärkten, gigantischen Schuldenbergen, einer schrumpfenden Kundenbasis, stagnierendem oder gar sinkendem Stromverbrauch, massivem Investitionsbedarf bei überalterten Kraftwerken und anderen Atomanlagen. Die Konsequenz ist ein radikaler Sparkurs. Mycle Schneider und seine Mitautoren befürchten, dass dies potenzielle Konsequenzen auf die Anlagensicherheit hat.

 

Mycle Schneider ist der Hauptautor des World Nuclear Report, den der international bekannte Atomexperte am Samstag, 16. September in den Trebeler Bauernstuben vorstellt.

Der „World Nuclear Industry Status Report“ erscheint seit 2004 und ist inzwischen zu einer der wichtigsten einflussreichsten Informationsquellen über die Entwicklungen im Atomsektor geworden.

Der ehemalige Boss des öffentlichen amerikanischen Stromunternehmens TVA, David Freeman, bezeichnet den Bericht in seinem Vorwort gar als „das vielleicht entscheidendste Dokument in der Geschichte der Atomkraft”. Denn, so Freeman, „der Bericht stellt bis ins anschaulichste Detail klar: die Debatte ist vorbei. Atomkraft ist von Sonne und Wind verdrängt worden.” Zur Person: Mycle Schneider berät Politiker, Institutionen und Nichtregierungsorganisationen hinsichtlich der zivilen und militärischen Nutzung der Kernenergie, darunter die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), Greenpeace International, die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). die UNESCO, den World Wide Fund For Nature (WWF), die EU-Kommission, das französische Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), den Science and Technology Options Assessment-Ausschuss des Europäischen Parlamentes (STOA), die Oxford Research Group (ORG), den Französischen Nationalen Forschungsrat (CNRS), das belgische Umwelt- und das französische Energieministerium (1998 bis 2003).

„Atomkraft ist von Sonne und Wind verdrängt worden“

1983 gründete er eine Niederlassung des Energie-Informationszentrums World Information Service on Energy (WISE) in Paris, da seiner Meinung nach ein Informationsdefizit zu Fragen bezüglich der zivilen und militärischen Nutzung der Kernenergie in Frankreich bestand. Neben seiner Tätigkeit als geschäftsführender Leiter des WISE von 1983 bis 2003 war er Chefredakteur des Online-Dienstes Plutonium Investigation.[3]

Mycle Schneider kommt auf Einladung von Rebecca Harms ins Wendland - hier sind beide in Fukushima.

In seiner Funktion als Energieexperte hat er an 18 Universitäten in neun Ländern und in 14 nationalen Parlamenten Vorträge gehalten und trat als Gastreferent bei parlamentarischen Anhörungen in verschiedenen Ländern auf. 1991 wurde er vom japanischen Kernchemiker Jinzaburg Takagi zu einer internationalen Plutonium- Konferenz nach Japan eingeladen, was zu einer dauerhaften Zusammenarbeit der beiden führte, die 1997 in der Verleihung des Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) ihren Höhepunkt fand.

Seit 2004 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt- und Energiekonzepte des Master- Studienganges International Project Management for Environmental and Energy Engineering an der Ecole des Mines in Nantes. Von 2000 bis 2010 war er gelegentlich auch für das deutsche Umweltministerium als Gutachter tätig. Die Ergebnisse seiner Arbeit waren Grundlage für die Berichterstattung in vielen Medien, so z.B. die Fernsehsender ARD, ZDF, Experte Mycle Schneider: Atomkraft ist am Ende Autor des World Nuclear Report am 16.9. in Trebel Arte, französische und japanische Fernsehsender, deutsche Hörfunksender, die britischen Zeitungen Guardian und Observer, den New Scientist, die französischen Zeitungen Le Monde, Le Figaro und L’Express und Libération oder den deutschen Printmedien SPIEGEL, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, die taz und japanischen Zeitungen und Zeitschriften. Mycle Schneider ist Mitverfasser des World Nuclear Industry Status Report (Bericht über den Zustand der weltweiten Atomenergie), der mit Unterstützung der Schweizer Energiestiftung SES jährlich erscheint und vom World Watch Institute, von Greenpeace International und WISE Paris herausgegeben wird (mit Material von wikipedia).

Bearbeitet am: 11.09.2017/tv


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