AP-Meldung
vom 12.02.2001

Umweltschützer lehnen Gespräch mit Trittin ab

Proteste gegen Castor-Transporte

Berlin (AP) Die Umweltschutzverbände in Deutschland haben ein Gespräch mit Umweltminister Jürgen Trittin über die bevorstehenden Castor-Transporte nach Gorleben abgelehnt. Die Atommülltransporte stünden bereits fest, es gebe keinen Verhandlungsspielraum mehr, teilten sie in einer gemeinsamen Erklärung am Montag in Berlin mit. Daher mache ein solches Gespräch keinen Sinn. Gegen die kommenden Atommülltransporte könnten nur noch Proteste helfen, um den Ausstieg aus der Atomkraft zu beschleunigen.

Die Castor-Transporte von La Hague nach Gorleben dienten nicht dem Atomausstieg, sondern sorgten im Gegenteil für den Weiterbetrieb der Atomreaktoren, sagte die atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes, Renate Backhaus. Auch von einer rot-grünen Bundesregierung ließen sie sich Proteste nicht verbieten.

Hinter dem Transport stehe die Absicht, die Entscheidung für einen ungeeigneten Salzstock und Gorleben als Endlager zu zementieren, erklärte das Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Peter Bauhaus. Eine sichere Lagerung von radioaktiven Abfällen über Millionen von Jahren könne es nicht geben, fügte der Sprecher der Bürgerinitiative Ahaus, Felix Ruwe hinzu. Zudem erhöhe sich mit jedem Kilometer, den der Atommüll durch die Landschaft gefahren würde, die Wahrscheinlichkeit von Unfällen und radioaktiver Verseuchung.

Nach Mitteilung der Verbände findet am 18. Februar zum Auftakt der Proteste eine Anti-Atom-Demonstration in Ahaus statt. Am 24. März sei eine weitere Demonstration in Lüneburg geplant.

Bearbeitet am:13.02.2001/ad


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