Pressemitteilung des
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
vom 23.04.2001

Britische und deutsche Freunde der Erde fordern Ende atomarer Verseuchung von Sellafield und irischer See

Internationales Atommüll-Karussell dreht sich wieder

Berlin, Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verurteilt gemeinsam mit seiner Partnerorganisation Friends of the Earth England/Wales/Nordirland den für morgen angekündigten Transport von Atommüll in die Atomfabrik im englischen Sellafield. Die Lieferung von abgebrannten Brennelementen aus den deutschen AKWs Biblis und Neckarwestheim in die sogenannte Wiederaufarbeitung setze die atomare Verseuchung von Mensch und Umwelt in und um Sellafield in unverantwortlicher Weise fort.

Mark Johnston, Sprecher von Friends of the Earth England/Wales/Nordirland: "Die Atomanlage von Sellafield ist ein einziger Skandal. Die Betreiberfirma ist schon mehrfach zu Geldstrafen verurteilt worden, weil Arbeiter verletzt und Sicherheitsvorschriften ignoriert wurden. Die Betreiberfirma hat sogar Sicherheitsdokumente gefälscht. Meer und Natur rund um die Anlage sind bereits hochgradig verseucht. Deutschland unterstützt dieses Umweltverbrechen mit seinem Atommüll. Das nehmen wir nicht hin. Wir fordern einen sofortigen Lieferstopp und die Stilllegung der Anlage in Sellafield!"

Der bevorstehende Castor-Transport zeige, dass die massive Verschiebung von deutschem Atommüll ins Ausland wieder angelaufen sei. Erst vor zwei Wochen war hoch radioaktiver Abfall aus deutschen Atomkraftwerken ins französische La Hague transportiert worden.

Walter Jungbauer, Anti-Atomexperte des BUND: "Die von der Bundesregierung Ende März in Gorleben viel beschworene nationale Verantwortung ist längst vergessen. Jetzt wird hemmungslos deutscher Atommüll ins Ausland verschoben und damit weiter eine Entsorgung vorgetäuscht, die es nicht gibt. Aber der Widerstand gegen den atomaren Wahnsinn wächst zusammen. Britische, französische und deutsche Atomkraftgegner kämpfen gemeinsam gegen die europaweite Atommüllverschiebung und die atomare Verseuchung von Sellafield und La Hague. Wir werden keine Ruhe geben, solange sich das internationale Atommüll-Karussell weiterdreht."

Friends of the Earth England/Wales/Nordirland und der BUND rufen zu gewaltfreien, friedlichen Protesten gegen die Atommülltransporte nach Sellafield auf.
Aktuelle Informationen zum Transport gibt es beim Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim im Internet unter http://neckarwestheim.antiatom.de oder am Infotelefon unter 07141-903363 oder 0175-7112894.

Für Rückfragen:
Mark Johnston, Friends of the Earth England/Wales/Nordirland, Tel: +44-20-7566-1672; Walter Jungbauer, Anti-Atomexperte des BUND, Tel: 030-27586-421 oder Pressestelle, Daniel Kluge, Tel: 030-27586-425/-464, Fax: -449;
eMail: presse@bund.net
Pressearchiv im Internet: www.bund.net/aktuell


Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Walter Hans Jungbauer Referat Atomausstieg und Energie
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin
Fon: 0049 - 30 - 275 86 - 421
Fax: 0049 - 30 - 275 86 - 440

Bearbeitet am: 23.04.2001/ad


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