Berlin Online
der Berliner Zeitung

vom 31.03.2001

Falscher Alarm bei Einsatz gegen Castor-Gegner

Polizei fürchtete irrtümlich Anschläge mit Essigsäure

HANNOVER, 30. März. Der Leiter des Castor-Einsatzes, Polizeidirektor Hans Reime, hat eingeräumt, seine Beamten zu Unrecht vor Säureattentaten der Atomgegner gewarnt zu haben. Anschläge mit Essigsäure habe es nicht gegeben, teilte Reime am Freitag mit. Er habe allerdings Erkenntnisse darüber gehabt, dass zeitgleich mit dem Transport in der Region "Essigsäure in größerem Ausmaß" angefordert worden sei. Dass eine Kläranlage und nicht die AKWGegner die Säure gekauft hätten, sei ihm nicht bekannt gewesen. Er habe deshalb in einem Fernschreiben an die Einsatzleiter vor möglichen Angriffen der Demonstranten mit Säure gewarnt. Es sei dann die Entscheidung eines Beamten vor Ort gewesen, diese Warnung in einer zugespitzten Situation per Lautsprecher an die Polizisten weiterzugeben.

Für Niedersachsen wird der Castor-Transport teurer als frühere. Die Kosten des Polizeieinsatzes betrügen etwa 22 bis 23 Millionen Mark, sagte Landesinnenminister Heiner Bartling (SPD). Für den Gorleben-Transport 1997 hatte das Land noch knapp 18 Millionen Mark bezahlt'. Z-um Schutz des vierten Castor-Transports waren bundesweit 29 000 Polizisten und Grenzschutzbeamte im Einsatz. (AP)

Bearbeitet am: 31.03.2001/ad


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