Leserbrief in

Deutsche Polizei

Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei

vom Mai 2001

Castor-Einsatz, DP 3/2001

Auch beim Castor-Einsatz hörte man wieder von dem alten Problem: Wo ist das nächste Klo? Würden an den Polizeihochschulen die medizinischen Fächer Anatomie und Physiologie unterrichtet, dann wüssten alle Polizeiführer und Einsatzleiter. dass sich jedes Individuum täglich mit dem physiologischen Vorgang der Blasen- beziehungsweise Darmentleerung befassen MUSS.

Dies ist nicht nur ein polizeiinternes Problem. Die ersten Astronauten hatten in den GeminiKapseln keine Toilette, dafür gab es Windeln für Erwachsene. Bei Einsatztagen im freien Gelände wurde das Entsorgungsproblem immer noch nicht zufriedenstellend gelöst. Die Einsatzleiter in den Lagezentren sind von diesem hochnotpeinlichen Problem nicht betroffen. von der unteren Führungsebene habe ich schon hilflose Kommentare gehört: "Wenn's in die Hose geht, ist's ein Dienstunfall."

Warum kann man bei Großeinsätzen nicht eine Nasszelle in der Größe eines kleinen Campingbusses vorhalten. falls jemand ein Bedürfnis hat oder sich duschen möchte. weil er in den Dreck geflogen ist oder von einem Farbbeutel getroffen wurde. Eine Reservestreife könnte kurzfristig den Kollegen herauslösen. Besonders für die Beamtinnen dürfte es unangenehm sein. den blanken Hintern in der freien Landschaft zu präsentieren. Womöglich werden außer Demonstranten und Pressefotografen auch noch Spanner angelockt. hierzu passt das Zitat eines bekannten Dichters: "Was der Mensch benutzt zum Seichen. damit zeugt er seinesgleichen." (Hoffentlich sieht's der Förster nicht und ahndet es als Verstoß gegen das Landeswaldgesetz.)

Zum Schluss noch eine passende Buchempfehlung: Kathleen Meyer - How to Shit in the Woods - wie man im Wald sch.... 125 Seiten, 12,80 DM.

Dieter Frank
5. BPA Böblingen

Bearbeitet am: 24.05.2001/ad


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