PRESSEERKLÄRUNG
des
Aktionsbuendnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
vom 06.04.2001

Proteste entlang der Transportstrecke geplant

Auftaktdemonstration gegen Castor-Transport in Philippsburg am
Sonntag um 14 Uhr -

Mobilisierung geht weiter

Die südwestdeutschen AtomkraftgegnerInnen gehen davon aus, daß der Castortransport nach Frankreich aus den Atomkraftwerken Philippsburg, Biblis und Grafenrheinfeld am kommenden Dienstag. 10. April durchgeführt wird. Die AtomkraftgegnerInnen rufen zu entschiedenem Widerstand gegen die Wiederaufnahme der Atommüllverschiebung ins Ausland auf.

Der Auftakt für die Protestaktionen wird die Demonstration am 8. April 2001 in Philippsburg sein, weitere Proteste sind im deutsch-französischen Grenzgebiet zwischen Wörth und Lauterbourg geplant.

Ein breites Bündnis von AtomkraftgegnerInnen aus Südwestdeutschland ruft zusammen mit dem Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg zum Widerstand gegen den bevorstehenden Atommüll-Transport auf. Am kommenden Dienstag haben die Betreiber der Atomkraftwerke Philippsburg, Biblis (bei Darmstadt) und Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) geplant, Atommüll in die Wiederaufbereitungs-anlage (WAA) La Hague zu bringen. Damit wird seit drei Jahren zum ersten Mal wieder ein Atomtransport mit deutschem Atommüll ins Ausland rollen. Die politische Voraussetzung für die Durchführung dieses Transportes wurde letzte Woche mit dem Gorleben- Transport erfüllt. Die französische Regierung hatte die Rücknahme von Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague zur Bedingung gemacht für die erneute Aufnahme von weiterem strahlenden Müll aus deutschen Atomkraftwerken. Genau das, was sowohl deutsche als auch französische AtomkraftgegnerInnen an der Rücknahme heftig kritisiert hatten, wird jetzt eintreten: die Rückführung des Strahlenmülls nach Gorleben diente als "Türöffner" und tritt eine ganze Welle von WAA-Transporten los.

Der Atommülltransport nach Gorleben wurde von der rot-grünen Bundesregierung, besonders von Bundesumweltminister Trittin, als notwendig bezeichnet und mit nationaler Verantwortung gegenüber den Franzosen begründet. Jetzt, da wieder Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken nach Frankreich in die schmutzige Wiederaufarbeitung geschafft werden soll, gehen eben diese Politiker auf Tauchstation. Matthias Mauser vom AK gegen das AKW Philippsburg: "Diese Transporte dienen einzig und allein dem Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke.

Deutsche Politiker werden damit also nur ihren Versprechungen gegenüber der Atomwirtschaft gerecht, anstatt die französische Bevölkerung in der Umgebung der Plutoniumschleuder La Hague vor weiterer radioaktiver Verseuchung zu schützen."

Die bevorstehenden Aktionen der deutschen und französischen AtomkraftgegnerInnen stehen unter dem Motto "Nach dem Castor ist vor dem Castor!" Damit soll klargemacht werden, daß es Widerstand gegen Atommülltransporte nicht nur im Wendland gibt, sondern erst recht gegen die Wiederaufnahme der unsinnigen WAA-Transporte.

Die am kommenden Sonntag in Philippsburg stattfindende Demonstration, zu der sich auch französische und wendländische AtomkraftgegnerInnen angekündigt haben, richtet sich nicht nur gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke, sondern vor allen Dingen gegen die Heuchelei der rot- grünen Politiker. Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen fordern als Veranstalter der Demo alle Menschen auf ihr verfassungsrechtlich verbrieftes Demonstrationsrecht wahrzunehmen und an der Demonstration und den anschließenden Aktionen teilzunehmen.

Die Demonstration beginnt um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Philippsburg mit einer Auftaktkund-gebung und führt zum Atomkraftwerk. Dort wird es eine Abschlußkundgebung geben. Neben Vertretern der bundesweiten Anti-AKW- Bewegung und des BBU (Bundesverband Bürgerinitiaiven Umweltschutz) werden auch französische AtomkraftgegnerInnen als RednerInnen erwartet. Nach der Demonstration werden die AtomkraftgegnerInnen in Philippsburg bleiben und sich auf einem Versammlungsplatz einfinden, wo es warmes Essen und Kultur sowie Plenumsdiskussionen und Informationsmöglichkeiten gibt.

Voraussichtlich am Dienstag morgen starten dann die Atommüllzüge an den AKW Philippsburg, Biblis und Grafenrheinfeld. In Philippsburg sowie daran anschließend entlang der Strecke sind Blockadeaktionen geplant. Auch im deutsch-französischen Grenzgebiet zwischen Wörth am Rhein (bei Karlsruhe), wo die Züge zusammengekoppelt werden sollen, und dem Grenzübergang Lauterbourg soll der Atomzug durch Aktionen daran gehindert werden, nach Frankreich zu fahren. Nach Einschätzung der AtomkraftgegnerInnen wird der Transport auch in Frankreich durchgeführt werden, und wird nicht durch den Streik der französischen Eisenbahner in Frage gestellt.

Informationen zum geplanten Widerstand gegen den Atommüll-Transport gibt es beim Infotelefon der südwestdeutschen anti-atom-initiativen unter

0175-711 28 94

und auf den Internetseiten http://neckarwestheim.antiatom.de

oder

http://home.t-online.de/home/antiatom

oder

http://www.sortirdunucleaire.org

Am Sonntag, 8. April 2001 steht das Presseteam der anti-atom-Initiativen ab 14 Uhr in Philippsburg auf dem Marktplatz für Sie bereit.

 

Aktionsbuendnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
anti-akw.neckarwestheim@s.netic.de
Info-tel 07141 / 903363 * fax / 923991
http://neckarwestheim.antiatom.de

Bearbeitet am: 06.04.2001/ad


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