Atomkraftgegner sehen in Bündelung der Gorleben-Transporte keine Lösung des Atommüll-Problems

"Schröder und Gabriel bekämpfen nur die Symptome des Castor-Konfliktes"

Lüchow, den 27.04.01. Die vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Siegmar Gabriel und Bundeskanzler Gerhard Schröder vereinbarte Bündelung der Castor-Transporte nach Gorleben stößt in Kreisen der AtomkraftgegnerInnen auf Unverständnis und Kritik. Die Regierungschefs von Land und Bund hatten erklärt, daß es ab 2002 statt der geplanten zwei Transporte nur noch einen Castor-Zug noch Gorleben geben soll - dann allerdings mit der doppelten Anzahl von Behältern.

"Wenn das die einzige Konsequenz ist, die die Politik aus den Ereignissen beim letzten Castor-Transport Ende März zieht, dann haben Gabriel und Schröder entweder nichts verstanden, oder sie wollen uns für dumm verkaufen", so Wiebke Herding, Sprecherin der bundesweiten Anti-Atom-Kampagne X-tausendmal quer, "der Gorleben-Konflikt läßt sich nicht durch eine ökonomischere Organisation von Polizeieinsätzen lösen, sondern nur durch eine andere Energiepolitik. Die Bündelung von Castor-Transporten ist ein Herumdoktern an den Symptomen, aber keine Bekämpfung der Ursachen dieses gesellschaftlichen Konfliktes."

Im sogenannten Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Stromkonzernen ist vorgesehen, daß in den nächsten Jahrzehnten noch einmal so viel strahlender Müll in den deutschen Reaktoren produziert werden darf, wie seit Beginn der Atomkraftnutzung in den 60er Jahren - wobei nach wie vor kein Endlager für hochradioaktiven Müll vorhanden ist.

Jochen Stay, ebenfalls Sprecher von X-tausendmal quer: "Schröder und Gabriel haben ihre Hausaufgaben schlecht gemacht. Wir fordern von der Politik ein wirklich ernsthaftes Nachdenken über die Ursachen des Bürgerprotestes rund um die Castor-Transporte und dann auch die entsprechenden Konsequenzen. Das was im März im Wendland geschehen ist, darf weder der Bevölkerung vor Ort, noch den eingesetzten PolizeibeamtInnen noch der politischen Kultur in diesem Land noch einmal zugemutet werden. Was weiter fehlt, ist ein Konsens mit der Bevölkerung dieses Landes, die nicht bereit ist, die Folgen und Risiken der Atomstromproduktion länger in Kauf zu nehmen. Will die Politik allerdings in Sachen Gorleben weiter mit dem Kopf durch die Wand, dann kann ich den Herren in Hannover und Berlin nur eines mit auf den Weg geben: Doppelte Castor-Zahl bedeutet doppelten Widerstand."

Bei Rückfragen:

Wiebke Herding (Pressesprecherin): 0177-2409042
Jochen Stay (Pressesprecher): 05841-4521 o. 0170-9358759
Sören Janssen (Akkreditierung): 04231-957-593 o. 0175-4548080,
s.janssen@x1000malquer.de

Bearbeitet am: 26.04.2001/ad


zurück zur Homepage