X-tausendmal quer - Presseerklärung
vom 27.07.2001

Größter Castor-Transport aller Zeiten für kommenden Mittwoch geplant

AtomkraftgegnerInnen kündigen Widerstand an

Hannover, den 27.07.01. Am kommenden Mittwoch startet aus vier deutschen Atomkraftwerken der bislang größte Atommülltransport: Aus Brunsbüttel, Stade, Philippsburg und Mülheim-Kärlich werden insgesamt neun Castor-Behälter mit zusammen 100 hochradioaktiven Brennelementen auf die Reise geschickt. Das Ziel des strahlenden Zuges ist die skandalträchtige Plutoniumfabrik im französischen La Hague. AtomkraftgegnerInnen kündigen Widerstand entlang der ganzen Strecke durch Deutschland und Frankreich an.

"Mit diesem Transport ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit erreicht", so Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Kampagne X-tausendmal quer, "mit aller Gewalt wird versucht, möglichst große Mengen strahlenden Materials außer Landes zu schaffen, um die hiesigen Atomkraftwerke noch möglichst lange am Netz zu halten. In einigen Jahren sollen dann die hochgiftigen Abfälle aus der sogenannten Wiederaufarbeitung vertragsgemäß zurückgenommen werden. Dann wird von Seiten der Regierung wieder die Rede davon sein, daß es doch unmoralisch sei, den Müll bei den französischen NachbarInnen zu lagern. Wir fordern, schon jetzt mit dem europäischen Atommüll-Tourismus Schluß zu machen, weil das Verschieben der Abfälle nur den AKW-Betreibern nützt, die kommenden Generationen aber vor unlösbare Probleme stellen wird."

In den neun Castor-Behältern werden nach Schätzungen der AtomkraftgegnerInnen etwa 50 Tonnen hochradioaktives Material transportiert, davon 500 Kilogramm des hochgiftigen Plutoniums. "Schon Plutonium-Partikel von der Größe eines Staubkorns können Menschen töten", so Wiebke Herding, ebenfalls Sprecherin von X-tausendmal quer, "und die Karlsruher Entwendung eines Glasröhrchens mit wenigen Gramm Plutonium hat ganze Ortschaften in Aufruhr versetzt. Unvorstellbar, was passieren könnte, wenn auch nur einer der Castoren unterwegs undicht wird.

Entlang aller möglichen Transportrouten planen AtomkraftgegnerInnen Protestaktionen. Schon am Dienstagabend werden in Mülheim-Kärlich, Hannover und Hamburg Demonstrationen stattfinden. Mit der Abfahrt der Transporte von den norddeutschen Standorten Stade und Brunsbüttel wird mitten in der Nacht gerechnet. Am späten Nachmittag werden die Castor-Waggons im rheinland-pfälzischen Wörth zusammengekoppelt. Der größte Atommülltransport aller Zeiten soll dann bei Lauterbourg die deutsch-französische Grenze passieren. Doch auch in Frankreich bereiten sich AtomkraftgegnerInnen auf Störaktionen vor.

Bei Rückfragen: Wiebke Herding (Pressesprecherin): 0177-2409042 Jochen Stay (Pressesprecher): 05841-4521 o. 0170-9358759

Bearbeitet am: 27.07.2001/ad


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