Brandanschlag auf Castor-Polizei-Container in Lüchow-Dannenberg

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Eigenbericht

Brandanschlag auf Castor-Polizei-Container in Lüchow-Dannenberg

Auf dem Gelände der ehemaligen Nazi-"Üfest" (Übersee-Funk-Empfangs-Station) nahe Woltersdorf wurden in den letzten Jahren Polizeicontainer aufgestellt, um die mehr als 10.000 Beamten während der CASTOR-Transporte ins Wendland unterbringen zu können.

Am morgen gegen 7.00 Uhr gingen die nicht besetzten Unterkünfte für etwa 500 Polizisten vollständig in Flammen auf. Derzeit werden die Container per Kran Stück für Stück abgeräumt. Die Polizei geht von einem Sachschaden von mehr als 3 Millionen Euro aus, und muß nun sehen, wo sie schnell Ersatz herbekommt. Im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg verteilt sind auf zehn Jahre fest angemieteten Flächen Hunderte weiterer Dauer-Wohncontainer aufgebaut.

Bereits vor vier Jahren (23. 10. 2001) war auf die neu erbaute Castor-Schienen-Brücke bei Seerau ein Brandanschlag verübt worden. Damals mußten viele Teile der Brücke erneuert werden, der Transporttermin wurde dennoch eingehalten. Seitdem ist die Brücke wochenlang vor den CASTOR-Transporten mit Nato-Draht abgesperrt und wird von BGS-Beamten in dort aufgestellten Containern bewacht.

Weitere Bilder weiter unten.


Aus dem Videotext des NDR vom 28.09.2005

Im Vorfeld des nächsten Castortransports mit Atommüll nach Gorleben haben unbekannte einen Brandanschlag auf leestehende Wohncontainer für Polizisten verübt.

Menschen wurden durch den Vorfall in Woltersdorf im Landkreis Lüchow-Dannenberg nicht verletzt.

Rund 600 von 1000 Schlafplätzen für Polizisten die den Castor-Transport bewachen sind zerstört.
Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund 3 Mill. Euro.
Hinweise auf Täter gibt es bisher nicht.


Radio ffn

Weiteren Nachrichten zufolge äußerte sich das Innenministerium dahingehend, dass der Castor-Transport im November von La hague nach Gorleben dadurch nicht gefährdet sei.

Das Land Niedersachen müsse die Polizeibeamten nun in anderen noch zu beschaffenden Containern unterbringen.

Es wurde ein Loch in dem Zaun, der das Gelände umschließt geschnitten. Einen Verdacht wer die Täter sein könnten hat man bisher noch nicht.


Frankfurter Neue Presse

Brandanschlag auf Polizei-Unterkunft vor nächstem Castor-Transport

Woltersdorf (dpa) Wochen vor dem nächsten Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben haben Unbekannte einen Brandanschlag auf leer stehende Wohncontainer für Polizisten verübt. Menschen wurden bei dem Vorfall in Woltersdorf (Kreis Lüchow-Dannenberg) am Mittwoch nicht verletzt. Zerstört wurden aber rund 600 von 1000 Schlafplätzen für Polizisten, die den Castor-Transport bewachen. Hinweise auf Täter gibt es nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums bisher nicht. Der Sachschaden wird auf rund 3 Millionen Euro geschätzt.

Der nächste Castor-Transport wird im November in Gorleben erwartet - den genauen Termin halten die Behörden stets geheim. Eine Verzögerung werde es wegen des Anschlags nicht geben. Bei den jüngsten Transporten war weitgehend friedlich protestiert worden.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich zweifelsfrei um einen Anschlag. Polizeisprecher Torsten Oestmann sagte: «Wir gehen von Brandstiftung aus, weil das Feuer in fünf getrennt stehenden Komplexen ausbrach.» Der Brand wurde kurz vor sieben Uhr morgens entdeckt. Noch fünf Stunden später hatten die 200 Feuerwehrleute nicht alle Brände gelöscht

http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=2522813


Polizeidirektion Lüneburg

 

POL-LG: Brandstiftung an Polizeiunterkünften für den Castor-Transport - Unbekannte Täter richteten drei Millionen Euro Schaden an

28.09.2005 - 15:12 Uhr, Polizeidirektion Lüneburg Pressemappe [Pressemappe]

Quelle: Polizeidirektion Lüneburg

Lüneburg (ots) - In der Nacht zu Mittwoch wurden durch bislang unbekannte Täter fünf aus Containern bestehende Wohnblocks der Polizei in Woltersdorf (Landkreis Lüchow-Dannenberg) in Brand gesetzt. Alle 130 Container sind nicht mehr nutzbar, es entstand ein Sachschaden von geschätzten drei Millionen Euro. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt.

Kurz vor sieben Uhr ging am Mittwochmorgen der Notruf bei der Lüchower Polizei ein. Die eintreffenden Feuerwehren mussten feststellen, dass alle fünf auf einem umzäunten Gelände bei Woltersdorf aufgestellten Wohnblocks in Flammen standen. Sie setzten zur Bekämpfung des Brandes knapp 200 Feuerwehrleute ein. Die Löscharbeiten wurden erheblich erschwert, da die Feuerwehrleute die Containerblocks nicht durch die Türen betreten konnten, bei diesen waren die Klinken von innen durch untergeklemmte Hölzer verbarrikadiert. Die Löscharbeiten waren am späten Vormittag zum Großteil abgeschlossen, Nacharbeiten dauern derzeit noch an. Zurzeit werden einzelne Container per Kran hochgehoben, um zwischen den einzelnen Bauteilen vermutete Brandnester ausfindig zu machen und löschen zu können.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus und weist darauf hin, dass der Maschendraht der rund um das Gelände gezogenen, ca. zwei Meter hohen Umzäunung an einer Stelle auf ca. zwei Metern Länge durchtrennt wurde. Ferner brach der Brand in allen Wohnblocks aus, obwohl diese mindestens zehn Meter auseinander stehen. Dazu kommt, dass die unbekannten Täter die Feuerwehr vermutlich an den Löscharbeiten hindern wollten, indem sie die Türen von innen blockierten. Spuren von Brandbeschleunigern wurden von den Ermittlern bislang nicht aufgefunden, die Brandursachenspezialisten der Polizei haben ihre Arbeiten aufgenommen.

Zurzeit besteht kein Tatverdacht, es wird in alle Richtungen ermittelt. Ein Zusammenhang mit dem bestehenden Protest gegen die Castor-Transporte nach Gorleben wird nicht ausgeschlossen. Der Polizeidirektion Lüneburg ist bekannt, dass im Zusammenhang mit diesen Transporten in der Vergangenheit durch autonome Gruppierungen des öfteren auch zu massiven Sachbeschädigungen aufgerufen wurde. Für den Fall, dass sich im Rahmen der weiteren Ermittlungen ein solcher Zusammenhang abzeichnen sollte, richtet die Polizei schon jetzt den Appell an die friedliche Protestszene, sich nicht an solchen Straftaten zu beteiligen oder Straftäter zu decken.

Eine Vielzahl der Container ist komplett ausgebrannt, die restlichen sind aufgrund Rußniederschlag oder der entstandenen Hitze nicht mehr bewohnbar. Die Polizeidirektion Lüneburg weist jedoch darauf hin, dass Polizeiansätze anlässlich von Castor-Transporten nach Gorleben hierdurch nicht gefährdet sind, die Polizei-Logistiker würden bereits Ersatzlösungen erarbeiten.


Zum besseren Verständnis der Containeraufbauten:

Die Container stehen bei Woltersdorf als Unterkunft für ca. 500 Polizeibeamte bereit, sie werden anlässlich der Polizeieinsätze zu den Castor-Transporten nach Gorleben belegt. Jeweils 26 Container bilden einen Wohnblock, dabei sind dreizehn Container lückenlos an den Längsseiten nebeneinander gestellt, weitere dreizehn Container stehen auf diesen. Jede Wohneinheit beinhaltet Betten und weitere Möbel für vier Beamte, weitere Container in jedem Block dienen als Sanitärräume.

ots Originaltext: Polizeidirektion Lüneburg Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=56836

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Lüneburg Pressestelle Torsten Oestmann Postfach 21332 Lüneburg Telefon: 04131/29-1011 Fax: 04131/29-1005 Handy: 0175/1848408 E-Mail: torsten.oestmann@polizei.niedersachsen.de http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/pd_lueneburg/



Bearbeitet am: 13.09.2005/ad

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