Nr. 30/1998

KERNENERGIE

Dickes Polster

Die Verbraucher zahlen über hundert Prozent mehr für die Folgekosten der Kernenergie als offiziell angegeben.

Das hat das Freiburger Öko-Institut in einer Studie errechnet. Überprüft wurden Rückstellungen, welche die Energieversorger für den Abriß ihrer Reaktoren und die Entsorgung des Atommülls veranschlagen.
Bisher hatten Betreiber und Bundesregierung bei den Entsorgungskosten rund 1,5 Pfennig pro Kilowattstunde Strom zugrunde gelegt. Das Öko-Institut dagegen geht davon aus, daß der Verbraucher bei jeder Kilowattstunde mit 3,18 Pfennig belastet wird.

Die Rechnung der Freiburger: Für die Stillegung ihrer Meiler und die Entsorgung verstrahlter Brennelemente haben die Energieunternehmen bislang rund 55 Milliarden Mark auf die hohe Kante gelegt. Weitere 47 Milliarden kommen bis zur angenommenen Stillegung des letzten Kraftwerks zusammen.

Das Milliardenpolster beschert den Energieversorgem - vom Stromkunden bezahlt gigantische Zins- und Zinseszinsgewinne. Schlußfolgerung der Autoren: Entweder die Betreiber häufen "umfassende Finanzmittel" an, oder aber sie rechneten "intern mit erheblich höheren Kosten" für Stillegung und Entsorgung, als sie öffentlich einräumen.

Bearbeitet am: 30.08.1998/ad


zurück zur Homepage