Nr. 42/97

NUKEM

Tod durch Strahlen

Das Hanauer Nuklearunternehmen Nukem strahlte doch. Übereinstimmend stellten drei medizinische Gutachten für die Berufsgenossenschaft fest, daß ein an Nieren-, Zungen- und Lungenkrebs erkrankter Nukem-Mitarbeiter einer exzessiv hohen beruflichen Strahlenbelastung ausgesetzt war. Er starb 1991 im Alter von 63 Jahren. Anstelle der zulässigen StrahlenLebensdosis von 0,4 Sievert wurde der Laborarbeiter einer mindestens 15fach erhöhten Belastung ausgesetzt. Ein Gutachter kam sogar zu dem Ergebnis, daß der Grenzwert um das 200fache überschritten worden war. Der Verstrahlte arbeitete im Kontrollbereich bei der Umwandlung von Uranhexafluorid in Uranmetall. Den Nuklearmediziner Horst Kuni errinnerte der Krankheitsverlauf "beklemmend an eine mittelalterliche Folterung mit finaler Hinrichtung". Der Gutachter führt die Strahlenbelastung "nicht auf individuelle Verhaltensfehler" zurück, sondern "auf die Arbeitsbedingungen". Kuni vermutet, daß andere Nukem-Mitarbeiter "ähnlichen Belastungen ausgesetzt" waren.

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