Technische Stichwortliste zum Thema Atom

Umfangreicher FAQ-Katalog zur Atomenergie

Links:

A
Abfall, radioaktiver:
Radioaktive Stoffe (§ 2 AtG), die nicht schadlos verwertbar sind (§ 9 a Abs.1 AtG) und daher geordnet beseitigt werden müssen.

Aktivität:
"Physikalische Größe, gibt die Anzahl der radioaktiven Zerfälle innerhalb einer Zeiteinheit an. Die Einheit der Aktivität ist das Becquerel, abgekürzt Bq; 1 Bq ist ein Zerfall pro Sekunde."

Alpha-Strahlung:
Von verschiedenen radioaktiven Elementen beim Alpha-Zerfall ausgesandte positiv geladene Teilchen. Die Alpha-Teilchen bestehen aus zwei Protonen und zwei Neutronen, sind also Helium-Atomkerne.

Anreicherung:
"Vorgang, durch den der Anteil eines bestimmten Isotopes in einem Element vergrößert wird. Beispiel: In den Brennelementen, wie sie in Kernreaktoren eingesetzt werden, ist das Uran-Isotop-235 in höherem Maße vorhanden als im Natur-Uran; es wurde angereichert."

AtG:
Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren (www.bmu.de).

Atom:
Das kleinste Teilchen eines Elementes, das auf chemischem Wege nicht weiter teilbar ist. Atome bestehen aus einem Atomkern, dessen Hauptbestandteile Protonen und Neutronen sind, und einer Hülle, die von den Elektronen gebildet wird.


B
Barrieren, geologische:
Natürliche Barrieren - Wirtsgestein, Nebengestein, Deckgebirge - die unzulässige Freisetzungen von radioaktiven Stoffen aus dem Endlager und deren Transport in die Biosphäre verhindern sollen.

Barrieren, geotechnische:
Maßnahmen zur Restverfüllung und zum Verschluss von Einlagerungshohlräumen, Einlagerungsbohrlöchern und Endlagerbergwerken.

Barrieren, technische:
Technische Vorrichtungen zur Verhinderung unzulässiger Freisetzungen radioaktiver Stoffe aus dem Endlager (z.B. Abfallform, Behälter)

Beta-Strahlung:
Mit Beta-Strahlung bezeichnet man die Aussendung von Elektronen beim Beta-Zerfall einiger radioaktiver Elemente.

Biosphäre:
Gesamtheit des von Lebewesen besiedelten Teils der Erde.

Brennelement:
Aus einer Vielzahl von Brennstäben montierte Anordnung, in welcher der Kernbrennstoff in den Kernreaktor eingesetzt wird.

Brennelement, ausgedientes:
Brennelement nach seinem Einsatz im Reaktor, dessen Kernbrennstoff nicht mehr ohne Wiederaufarbeitung zur Energiegewinnung verwendet werden kann.

Brennstab:
Geometrische Form, in welche der Kernbrennstoff, ummantelt mit Hüllmaterial, in einem Kernreaktor eingesetzt wird. Meistens werden mehrere Brennstäbe zu einem Brennelement zusammengefasst.

C
CASTOR®-Behälter:

 

Castor als (römischer Sagenheld)
Castor als (Sternbild



Tierart und ihr Fell
Transport- und Lagerbehälter für ausgediente Brennelemente. CASTOR® ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck "Cask for storage and transport of radioactive material"

Castor und Pollux, Söhne der Leda, sind in der griechisch-römischen Göttersage unzertrennliche Brüder. Pollux ist unsterblich, denn sein Vater ist der Göttervater Jupiter. Castor dagegen hat einen Menschen zum Vater. Nach Castors Tod gestattet Jupiter den Brüdern, abwechselnd zusammen bei den Göttern und in der Unterwelt zu wohnen. Nach dieser Sage erhielten zwei Sterne im Sternbild Zwillinge die Namen »Castor« und »Pollux«.

Castor ist im Lateinischen allerdings nicht nur ein Vorname, sondern bedeutet auch »Biber«. Deshalb ist es auch die wissenschaftliche Bezeichnung dieser Tierart sowie des Biberfells.

D
Deckgebirge:
Bei der Endlagerung: Gebirgsschichten über dem Wirtsgestein.

E
Elektronen:
Negativ geladene Bestandteile eines Atoms. Die Elektronen bilden in ihrer Gesamtheit die Atomhülle und legen die chemischen Eigenschaften des Atoms fest. Ihre Anzahl stimmt, im elektrisch neutralen Atom, mit der Anzahl der Protonen im Atomkern überein.

Element:
Chemischer Grundstoff, der sich mit chemischen Methoden nicht mehr in einfachere Substanzen umwandeln lässt.

Endlager:
Anlage zur zeitlich unbegrenzten Ablagerung von radioaktiven Abfällen.

F
Formation, geologische:
Aufgrund der Art ihrer Entstehung zusammengehörende Gesteine.

G
Gamma-Strahlung:
Hochenergetische, kurzwellige, elektromagnetische Strahlung, die von bestimmten Atomkernen ausgesandt wird. Gamma-Strahlung tritt im Allgemeinen zusammen mit Alpha- und Beta-Strahlung und immer bei einer Kernspaltung auf.

Granit:
Aus einer glutflüssigen Gesteinsschmelze in großer Tiefe und bei langsamem Abkühlen entstehendes grobkristallines Gestein.

H
Hochradioaktive Abfälle:
Stark strahlende und sehr heiße radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung ausgedienter Brennelemente oder die Brennelemente selbst, wenn sie - wie bei der direkten Endlagerung - als Abfälle angesehen werden, sowie alle anderen Abfälle mit vergleichbaren Aktivitäten.

I
Ion:
Elektrisch geladenes Teilchen, das aus einem neutralen Atom oder Molekül durch Anlagerung oder Abspaltung eines oder mehrerer Elektronen entsteht.

Ionisation:
Aufnahme oder Abgabe von Elektronen durch Atome oder Moleküle, die dadurch in Ionen umgewandelt werden.

Isolationszeitraum:
Zeitraum, für den Schadstoffe in einem Endlager von der Biosphäre isoliert werden.

Isotope:
Atome desselben chemischen Elementes, die sich in der Anzahl ihrer Neutronen im Atomkern unterscheiden.

J
K
Kernbrennstoff:
Spaltbare Materialien z.B. Uran- oder Plutonium-Isotope.

Kernsforschungszentrum Karlsruhe
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Projektträger Karlsruhe Produktion und Fertigungstechnologien (PTKA-PFT)

Chronologie vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim

Kernspaltung:
Physikalischer Vorgang, bei dem ein Atomkern in zwei Teile gespalten wird. Bei diesem Vorgang wird stets Energie frei.

Konditionierung:
Abfallbehandlung und -verpackung.

Kristallingesteine:
Gesteine, deren Gemengeanteile aus einer Gesteinsschmelze auskristallisiert sind, z.B. Granit.

Kriterien, formationsunabhängige:
Allgemeine, übergeordnete Kriterien, die nicht auf einen bestimmten Gesteintyp ausgerichtet sind. Sie definieren Eigenschaften und Anforderungen, die jedes potentielle Wirtsgestein als Endlagerstandort zu erfüllen hat.

Kokille:
Sammelbegriff für einen gasdicht verschweißten korrosionsbeständigen Stahlzylinder und seinen Inhalt, einem Glasblock, der aus glasbildenden Substanzen und hochradioaktiven Abfällen entstanden ist.

L
Laufzeiten:
Sammelbegriff für die Stromproduktion in Kernkraftwerken.
(S. Deutschland, deine Atomkraftwerke (Greenpeace Magazin Nr. 5/2000)

M
Mittelradioaktive Abfälle:
Radioaktive Abfälle, die bei der Handhabung wegen ihres Gehaltes an radioaktiven Stoffen bereits einer Abschirmung bedürfen.

Molekül:
Durch chemische Kräfte zusammengehaltene Gruppe von Atomen.

MOX-Brennstoff:
Mischoxid-Kernbrennstoff, der aus Uran- und Plutoniumoxid besteht.

N
Nebengesteine:
Gesteine, welche der Wirtsgesteins-Formation unmittelbar auflagern (Hangendes) bzw. die Wirtsgesteins-Formation unterlagern (Liegendes) oder seitlich an diese angrenzen.

Neutronen:
Elektrisch neutrale Kernbausteine.

O
P
Plutonium:
In Kernkraftwerken entstehendes, in der Natur sehr selten vorkommendes radioaktives Element.

POLLUX®-Behälter:
Behälter zur direkten Endlagerung von ausgedienten Brennelementen.

Protonen:
Positiv geladene Kernbausteine. Ihre Anzahl stimmt im elektrisch neutralen Atom mit der Anzahl der Elektronen in der Atomhülle überein.

Q
R
Radioaktivität:
Eigenschaft bestimmter Stoffe, sich ohne äußere Einwirkung spontan umzuwandeln und dabei eine für sie charakteristische Strahlung auszusenden.

Radionuklid:
Instabiler Atomkern, der ohne äußere Einwirkung unter Aussendung von Strahlung zerfällt. Zur Zeit sind über 1.200 natürliche und künstliche Radionuklide bekannt.

Restlaufzeiten:
Sammelbegriff für die Stromproduktion in Kernkraftwerken.
(S. Deutschland, deine Atomkraftwerke (Greenpeace Magazin Nr. 5/2000)
S
Salzgesteine:
Sammelbegriff für alle festen durch Verdunstung von Meerwasser entstandenen Gesteine aus wasserlöslichen Mineralien. Das häufigste Salzmineral ist das Steinsalz, chemisch NaCl.

Salzstock:
Salzmassen, die in Schwächezonen hangender Nebengesteine aufgestiegen sind und dabei die überlagernden Schichten durchbrochen haben.

Schwachradioaktive Abfälle:
Radioaktive Abfälle, die wegen ihres geringen Gehaltes an radioaktiven Stoffen weder bei der Handhabung noch beim Transport besonders abgeschirmt werden müssen.

Strahlung:
Energieausbreitung durch Materie oder den freien Raum.

Strahlung, ionisierende:
Jede Strahlung, die direkt oder indirekt ionisiert, z. B. Alpha-, Beta-, Gamma- und Neutronenstrahlung.

Stratigraphie (Formationskunde):
Lehre von der Aufeinanderfolge der Gesteinsschichten und Formationen sowie deren altersmäßige Zuordnung.

T
Tektonik:
Lehre vom Bau der Erdkruste und den Bewegungen und Kräften, die diesen erzeugt haben.

Teufe:
Bergmännisch die Tiefe unter der Tagesoberfläche.

Tongesteine:
Sammelbegriff für alle überwiegend aus Tonmineralen bestehenden festen Gesteine.

U
Uran:
Natürlich vorkommendes radioaktives Element.

V
W
Wiederaufarbeitung:
Anwendung chemischer Verfahren, um das in den ausgedienten Brennelementen noch enthaltene spaltbare Material wie Uran und Plutonium für eine weitere Nutzung abzutrennen. Dabei entstehen alle Arten radioaktiver Abfälle.

Wirtsgestein:
Gestein, in das radioaktive Abfälle endgelagert werden.

X
Y
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